Der plötzliche Kindstod (SIDS) ist ein Thema, das viele Eltern beschäftigt. Die gute Nachricht: Heute ist er sehr selten und du kannst mit einfachen Schutzfaktoren das Risiko deutlich senken. In diesem Artikel erfährst du, was SIDS ist, welche Risiken bestehen und wie du dein Baby im Schlaf gut schützen kannst.
Was bedeutet plötzlicher Kindstod?
Unter dem plötzlichen Kindstod versteht man den unerwarteten Tod eines Babys im ersten Lebensjahr, meist im Schlaf – ohne dass eine eindeutige Ursache gefunden wird. Ärzte sprechen dann von SIDS (sudden infant death syndrome).
Wichtig: SIDS ist selten. In Deutschland liegt das Risiko bei etwa 1 von 8.000 Babys, in Italien ist es sogar noch niedriger.
Warum kommt es zu SIDS?
Die Forschung geht vom sogenannten Triple-Risk-Modell aus:
Das Baby ist in einer kritischen Entwicklungsphase (meist 2.–6. Monat).
Es gibt eine besondere Anfälligkeit (z. B. unreifes Nervensystem).
Ein äußerer Einfluss kommt hinzu (z. B. ungünstige Schlafumgebung).
Wenn du die äußeren Einflüsse vermeidest, kannst du das Risiko stark reduzieren.
Risikofaktoren des plötzlichen Kindstods (SIDS), die du kennen solltest
- Rauchen in der Schwangerschaft (sehr hohes Risiko, 4-fach erhöht)
- Frühgeburt oder Zwillingsgeburt
- Rauchen nach der Geburt (geringer, aber vermeidbar)
- Drogen, Alkohol oder Schlafmittel bei den Eltern
- Schlafen in Bauch- oder Seitenlage
- Überwärmung (zu warme Kleidung, Decken, Heizkissen)
- Weiche Matratzen, Kissen, Nestchen oder Kuscheltiere
- Schlafen im Elternbett unter unsicheren Bedingungen
- Schlafen auf Sofa oder Sessel
Schutzfaktoren für sicheren Babyschlaf
- Rückenlage – immer zum Schlafen
- Eigenes Bettchen im Elternschlafzimmer
- Schlafsack statt Decke
- Feste Matratze, keine Kissen oder Kuscheltiere
- Rauchfreie Umgebung
- Stillen – reduziert das Risiko um ca. 50 %
- Schnuller beim Einschlafen kann zusätzlich schützen
- Angenehme Raumtemperatur (ca. 18 °C)
Gemeinsam schlafen: Sicheres Bedsharing
Viele Eltern schlafen mit ihrem Baby im Familienbett. Das kann sicher sein, wenn du Folgendes beachtest:
- Mindestens 80 cm Matratzenbreite pro Person
- Eltern sind nüchtern, rauch- und drogenfrei
- Baby schläft neben der Mutter, nicht zwischen beiden Eltern
- Keine Geschwister oder Haustiere im ersten Lebensjahr im Bett
- Rückenlage oder C-Position (Cuddle Curl) neben der Mutter
- Keine Kissen oder Decken in Reichweite des Babys
Fazit: Plötzlicher Kindstod ist selten
Dank Aufklärung und Schutzfaktoren ist der plötzliche Kindstod heute sehr selten. Mit wenigen Maßnahmen kannst du das Risiko stark senken und dein Baby sicher und geborgen schlafen lassen.
SIDS ist heute selten, dennoch kann der Gedanke daran beunruhigend sein. Wenn du Unterstützung beim sicheren Schlafen deines Babys möchtest, ganz individuell und einfühlsam, buche gerne eine Schlafberatung bei mir. Gemeinsam gestalten wir entspannte und sichere Nächte für dich und dein Kind.
Quellen & weiterführende Literatur
- Renz-Polster, H. (Kinder verstehen – Blog): Was schützt Säuglinge vor dem plötzlichen Kindstod?
- BFB-Institut: Positionspapier SIDS & BChE 2023 (PDF)
- Academy of Breastfeeding Medicine (ABM): Clinical Protocol #6: Bedsharing and Breastfeeding
- Blair, P. S. et al.: Bed Sharing in the Absence of Hazardous Circumstances: Is There a Risk of Sudden Infant Death Syndrome? Pediatrics, 2014.
- Carpenter, R. et al.: Bed Sharing when Parents Do Not Smoke: Is There a Risk of SIDS? An Individual Level Analysis of Five Major Case Control Studies. BMJ Open, 2013.
- Blair, P. S. et al.: Bed Sharing with Breastfeeding: A Response. Pediatrics, 2015.
- Bechmann, A. & Reimer, E.: Ich kann schon schlafen – Entspannte Nächte für dein Kind und dich. Bindungsorientierte Lösungen zum Ein- und Durchschlafen. Kösel, 2022, S. 194 ff.
- Istituto Superiore di Sanità (Italien): Sorveglianza della Mortalità Infantile – Dati sul SIDS (Abruf: 2025).