Wenn der Löffel liegen bleibt – Warum dein Baby (noch) nicht essen will und was du tun kannst

Erwartung vs. Realität beim Beikoststart

Der Beikoststart ist für viele Eltern ein großer Meilenstein. Voller Vorfreude wird die erste Mahlzeit vorbereitet, die Kamera gezückt und dann? Bleibt der Mund zu oder das Essen landet auf dem Boden. Vielleicht spuckt dein Baby alles wieder aus, dreht den Kopf weg oder verliert ganz schnell das Interesse.

Das kann verunsichern. Schließlich liest und hört man überall, wie wichtig diese Phase ist. Doch hier kommt erstmal eine große Portion Beruhigung: Essen ist kein Wettbewerb.
Jedes Baby hat sein eigenes Tempo – auch beim Beikoststart.

Warum manche Babys anfangs wenig oder gar nicht essen

Es gibt viele Gründe, warum ein Baby die Beikost (erstmal) liegen lässt. Wichtig ist: Dieses Verhalten hat nichts mit „Fehlverhalten“ zu tun – weder beim Baby noch bei dir.

Entwicklungstempo ist individuell

Nicht jedes Baby ist zur gleichen Zeit bereit für die Beikost. Entscheidend sind neben dem Alter vor allem die echten Beikostreifezeichen:

Alter: Frühestens mit Beginn des 5. Monats, spätestens mit Beginn des 7. Monats – immer unter Berücksichtigung der Reifezeichen:

  1. Stabile Kopf- und Rumpfkontrolle: Dein Baby kann den Kopf stabil halten und mit leichter Unterstützung im Rücken sitzen. Solange es noch nicht selbstständig in eine Sitzposition kommt, ist dein Schoß der beste Ort für den Beikoststart.
    Ein Hochstuhl sollte erst dann verwendet werden, wenn dein Baby selbstständig in Sitzposition gelangt.
  2. Zungenstoßreflex ist verschwunden: Dieser natürliche Schutzmechanismus schützt vor Verschlucken.

  3. Hand-Mund-Auge-Koordination ist vorhanden: Dein Baby kann gezielt greifen und gezielt zum Mund führen.

Sensorische Reize können überfordern

Neue Konsistenzen, Gerüche, Geschmäcker – das alles ist eine völlig neue Welt. Manche Babys brauchen Zeit, um sich an diese Reize zu gewöhnen.

Zahnen, Müdigkeit, Entwicklungsschübe

Wenn das Zahnfleisch drückt, der Mittagsschlaf fehlt oder ein neuer Entwicklungssprung ansteht, kann Essen zur Nebensache werden.
Achte darauf, dass dein Kind nicht übermüdet und auch nicht völlig ausgehungert ist.
Ein kleiner Still- oder Formula-Snack vor der Beikostmahlzeit kann helfen, den Druck aus der Situation zu nehmen.

Interesse ≠ Beikostreife

Ein Baby kann sich für dein Essen interessieren, ohne schon bereit zu sein, selbst zu essen. Es schaut, greift – bringt aber (noch) nichts gezielt zum Mund.
Babys sind grundsätzlich an allem interessiert, was wir tun. Dass dein Baby dir beim Essen begeistert zusieht oder dir das Besteck aus der Hand reißen will, ist spannend, sagt aber noch nichts über die Beikostreife aus.

Natürlich ist Interesse wichtig – gerade für ein achtsames Füttern. Aber: Interesse allein genügt nicht.

Und mal ehrlich: Wie spannend ist es denn bitte, wenn da alle am Tisch sitzen, etwas in der Hand halten, es aufspießen, in den Mund schieben und dazu noch begeistert „Mmmh!“ rufen?

Was du tun kannst, wenn dein Baby nicht essen will

Die wichtigste Botschaft zuerst:
Du musst nichts „trainieren“ oder dein Baby überreden. Es darf lernen und du darfst begleiten.

Druck rausnehmen

Dein Baby spürt deinen Stress. Je entspannter du bist, desto freier kann dein Kind eigene Erfahrungen machen.

Gemeinsame Mahlzeiten

Lasst euer Baby am Familienalltag teilhaben. Viele Babys essen lieber, wenn alle zusammen am Tisch sitzen, als wenn sie alleine gefüttert werden. Essen ist ein soziales Erlebnis, auch für die Kleinsten.

Baby mitessen lassen – selbst entscheiden lassen

Statt Löffel-Füttern: Gib deinem Baby die Möglichkeit, selbst zuzugreifen. Das stärkt sein Körpergefühl und seine Selbstwirksamkeit.

Fingerfood anbieten

Gedünstete Gemüsesticks, weiche Obststücke oder kleine Nudeln laden zum Entdecken ein. Ein beikostreifes Kind darf von Anfang an selbstständig essen.

Wichtig: Achte bei Baby-led Weaning (BLW) auf geeignete Lebensmittel und sichere Konsistenzen.
Ein einfacher Test: Lässt sich das Stück zwischen Daumen und Zeigefinger leicht zerdrücken? Dann ist die Konsistenz perfekt. Wenn nicht – oder wenn es hart bleibt oder bricht – ist es (noch) nicht sicher für die Beikost.

Essen als Spiel- und Lernfeld

Essen ist nicht nur Nahrungsaufnahme, es ist Fühlen, Matschen, Schmecken, Erkunden. Und das braucht Zeit.
Im ersten Lebensjahr bleibt Muttermilch oder Formula übrigens weiterhin die Hauptnahrungsquelle.

Wann du genauer hinschauen solltest

In den meisten Fällen ist es völlig normal, wenn ein Baby beim Beikoststart (noch) nicht viel isst. Es gibt aber Situationen, in denen eine fachliche Einschätzung sinnvoll ist:

  • Dein Baby nimmt sichtbar ab

  • Es hat Probleme mit der Verdauung

  • Es würgt stark oder regelmäßig bei bestimmten Konsistenzen

  • Es verweigert jegliche Form von Nahrung dauerhaft

  • Dein Bauchgefühl sagt dir, dass etwas nicht stimmt

Dann kann ein Gespräch mit dem Kinderarzt oder eine individuelle Beratung helfen, gemeinsam Ursachen zu erkennen und gute nächste Schritte zu planen.

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Ich bin Lea Stecher, BFB bindungsorientierte Familienbegleiterin® mit Spezialisierung auf Stillen, Schlaf, Beikost und Formula.
Seit Jahren begleite ich Familien dabei, ihren eigenen Weg beim Essen lernen zu finden – ohne Druck, ohne starre Pläne.

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Lea Stecher

Über Lea Stecher – Deine Familienbegleiterin in Südtirol Ich bin Lea Stecher, bindungsorientierte Familienbegleiterin, und habe bereits über 120 Familien dabei unterstützt, einen liebevollen und bedürfnisorientierten Weg durch die ersten Lebensjahre ihres Kindes zu finden. Mit meinen Qualifikationen und meiner Erfahrung stehe ich dir in den Bereichen Stillen, Baby- und Kleinkindschlaf, Beikost und Formula zur Seite. Qualifikationen: Bindungsorientierte Familienbegleiterin (BFB Institut, 2023) FeS Fachkraft für Flaschen und Formula (FeS Institut) Weiterbildung zu Regulationsstörungen bei Säuglingen (2024) Aktuelle Weiterbildung zur FSL Fachkraft für Stillen und Laktation (seit September 2024) Als Expertin für Baby- & Kleinkindschlaf begleite ich dich und dein Kind ganz individuell – ohne Schlaftraining oder Druck. Besonders wichtig ist mir dabei, dass jede Familie ihren eigenen Weg findet, egal ob es ums Stillen, Zufüttern oder Flaschenernährung geht. Mein Ansatz ist bindungs- und bedürfnisorientiert, und ich lege großen Wert auf eine unabhängige Beratung bei allen Themen rund um Formula und Beikost. Meine Angebote: Schlafberatung mit Fokus auf individuelle Familienstrukturen Stillberatung und Unterstützung bei Beikost oder Zufüttern Unabhängige Beratung zu Flaschenernährung und Formula Für Familien in Südtirol bin ich sowohl persönlich als auch online erreichbar und unterstütze euch auf eurem Weg, die ersten Jahre eures Kindes mit Vertrauen und Sicherheit zu gestalten. Zusätzlich arbeite ich mit einem Netzwerk von Expertinnen zusammen, um euch umfassend und ganzheitlich unterstützen zu können.

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